Blinddarm

Eine akute Entzündung des Wurmfortsatzes, der Appendix vermiformis, nennt man "Blinddarmentzündung" oder Appendizitis. Die echte akute Appendizitis muss operiert werden. Die chronische Entzündung stellt ein seltenes Krankheitsbild dar.

Oft ist die richtige Diagnose schwierig. Typischstes Anzeichen ist der rechtsseitige Unterbauchschmerz. Gerade bei Kindern kann die meist durch einen Kotstein entstehende Entzündung innerhalb von Stunden entstehen.

Noch vor wenigen Jahren wurde bei jedem Verdacht auf Appendizitis operiert. Eine wesentliche Funktion für den Körper oder das Immunsystem hat der Wurmfortsatz nicht. Dennoch kann es bei der Operation in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. Dies ist besonders dann ärgerlich, wenn sich die Operation im Nachhinein als unnötig herausgestellt hat.

Daher ist die richtige Diagnostik durch einen erfahrenen Untersucher unvermeidbar.

Hierzu gehört:

  • Eine sorgfältige Befragung und klinische Untersuchung
  • Eine Analyse der Laborwerte
  • Messen der Körpertemperatur an verschiedenen Stellen
  • Eine Ultraschalluntersuchung

Alle Untersuchungsergebnisse zusammen ermöglichen es dem erfahrenen Diagnostiker, die Diagnose einer operationspflichtigen Appendizitis mit hoher Treffsicherheit zu stellen.

Ist eine akute Operation nicht nötig, erfolgen engmaschige Befundkontrollen.

Ist eine Operation unumgänglich kann der Wurmfortsatz minimal-invasiv oder offen entfernt werden. Vorteil der endoskopischen Operation ist ein besserer Überblick im Bauchraum. Beispielsweise können hier auch andere Beschwerdeursachen wie Zysten oder Verwachsungen erkannt werden. Auch die herkömmliche offene Blinddarmoperation ist kein großer Eingriff, so dass sich beide Operationstechniken nahezu gleichwertig gegenüberstehen. Bei geplatztem und eitrigem Blinddarm scheint die offene Operation nach aktueller Studienlage einige Vorteile zu haben.